Springbrunnen
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Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 11:16 PMMeine Augen folgtem dem Fremden bei jeder noch so kleinen Bewegung. Ich kannte jene Sprache von irgendwo her, in der er zu mir Sprach. Doch ich konnte die Zeit und den Ort nicht mehr bennen, in der ich sie vernommen hatte. Doch sie klang ebenso alt und vergessen, wie meine Muttersprache. Doch das hatte nichts zu sagen.
Stumm lehnte ich mich wieder gegen den Brunnen und wartete auf die nächsten Worte des Fremden. Und während ich wartete, betrachtete ich ihn genauer.
Nun, er war auf seine Art durchaus als Gusaussehend zu bezeichnen. Er war Groß und Muskulös. Sein blondes Haar strahlte in der Sonne wie gesponnenes Gold und er hatte schöne blaue Augen und ein angenehmes Gesicht. Eben ein klassischer Ritter.
Er war die Art Mann, den junge, dumme Mädchen gern hinterherliefen und zu dem junge, dumme Jungs aufsahen.
Aber was solls. Jedem Kind sein Held.
"Wünscht ihr etwas bestimmtes von mir, Ser?" fragte ich ihn. Abwartend verschränkte ich die Arme vor der Brust

Ich bin müde geworden. Meine Augen haben viel gesehen. Meine Ohren haben viel gehört. Ich gehe dorthin, wo ich alle wiedersehe, die ich gesucht habe
Re: Springbrunnen
from Samuel on 01/08/2015 11:05 PMLeicht schmunzelte ich, als er seine Hand an den Dolch führte. Solle er doch versuchen mich zu erstechen. Tote kann man nicht töten.
Sein Misstrauen entfiehl mir keines Falls. Ich hätte es ähnlich getan. Mein Beruf war es gewesen, den Herrscher über das Königreich der Nymphen zu beschützen und der Mann hatte viele Feinde gehabt. Sowohl außerhalb als auch im Inneren des Schlosses.
Ich setzte mich auf die kleine Steinbank und sah mich um. Es hatte sich zu meiner Überraschung wenig nach meinem Ableben verändert.
"Tote kann man nicht töten.", sagte ich leise in einer ausgestorbenen Sprache, die nur noch sehr wenige Leute beherrschten. Gut. Ich lebte zwar nicht mehr, aber so gern ich es auch ändern hätte wollen, es hätte nichts gebracht. Ich sah nicht zum älteren Mann und lächelte etwas.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 10:44 PMAls ich Schritte hinter mir hörte, wandte ich mich um, die Hand auf einen meiner Dolche gelegt. Misstrauisch musterte ich den jungen Mann, der mir gegenüber stand.
Ich war mir sicher, ihn noch nie zuvor gesehen zu haben. Langsam ließ ich meine Hand sinken und hob meinen Mantel auf. Er schien mir nicht wie ein gemeiner Mörder. Doch ich behielt ihm unentwegt im Auge.
//Dreimal verfluchtes Nymphenschloss! Lassen sie einem alten Mann denn nie seinen Frieden?//
Mein Intresse an Gesellschaft war für's erste mehr als nur Gestillt. Stumm legte ich mir meinen Mantel wieder um und zog die Kapuze über. Die Ganze Zeit über jedoch hielt ich mich bereit, für den Fall, das der junge Narr doch einen Angriff planen sollte

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Re: Springbrunnen
from Samuel on 01/08/2015 10:33 PMWieder hatte ich über meinen Prinzen im Stillen gewacht und mich ergriff eine unsagbare Wut. Was erlaubte sich dieser schroffe Mann?! Ich sah mit an wie mein hübscher Nyphenprinz weinend ins Schloss lief. Noch in der letzten Nacht hatte ich ihn gesprochen, ihn ermuntert weiter zu leben. Aber alles schien um sonst. Wenigstens hatte ich Eskil in meinen Armen halten können und seine Lippen auf meinen gespührt.
Ich schloss die Augen und war im nächstens Moment im Schloss. Jeder der an mir vorbei lief konnte mich nicht sehen. Ich erlaubte es nur sehr wenigen, eigentlich niemanden. Seufzend sah ich mich um. Hier war ich gestorben. Vor der Tür des Gemaches meines Herren. Immer wenn ich in diese Welt zurück kehrte, landete ich am Ort meines Todes. Es war zwar depremierend, aber so konnte ich eine Runde im Schloss drehen und nach bekannten Gesichtern schauen. Natürlich sah ich nach meinem kleinen Prinzen. Er lag angetrunken und weinend auf seinem Bett. Es tat mir so weh ihn so zu sehen.
Kurz darauf war ich im Garten angekommen. In voller Pracht, als wäre ich nie gestorben. Glanzvolles dunkelblondes Haar, meine Rüstung mit nur wenigen Kratzern und meinem treuen Schwert. Als ich den langhaarigen Mann sah, sprach ich leise Worte sodass er mich ebenfalls sehen konnte und ging auf den Springbrunnen zu. Ich ließ mir nichts anmerken und wie es schien, hatte Eskil ihm weder meinen Namen noch etwas von meinem Aussehen verraten. Das konnte zu einem Vorteil für mich werden.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 10:08 PMStumm sah ich zu, wie der junge Prinz fast schon von mir fort rannte. Mir war klar, das ich ihm nicht die gewünschte Antwort gegeben hatte. Ich hätte ihn auch belügen können. Gefühle vorspielen können, die nicht da waren, doch es hätte ihm nichts gebracht. Am Ende wäre er so oder so verletzt wurden.
Es war so besser. Sollte er mich jetzt doch Hassen, es war mir einerlei. Am Ende würde er darüber hinweck kommen und sein Leben weiter leben. Und den alten Söldner vergessen.
Doch für mich war es das Zeichen gewesen, bald diesen Ort zu verlassen. Ich brachte den Leuten hier nichts gutes. Und auch mich verwirtte und frustrierte dieser Ort sehr.
Als ich mich anwerben lies, dachte ich, das ein klein wenig Frieden mir gut tun würde. Doch das gegenteil war der Fall.
Frieden stand mir nicht gut zu Gesicht. Er langweilte mich und machte mich unruhig. Ich brauchte den Kampf und das Schlachtfeld. Hier war einfach kein Platz für mich

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/08/2015 09:46 PMStumm hörte ich ihm zu und musste mich zusammen reißen. Es fühlte sich fast wie damals an, nur das die verschlossende Wunde leicht aufriss und es sich wie Blut an meiner Haut anfühlte. Kurze Zeit sagte ich nichts, wandte meinen Blick vom älteren ab.
//DU VERDAMMTER NARR!!//, brüllte ich mich gedanklich an und mein Körper zitterte leicht.
"Es tut mir leid", sagte ich leise mit gebrochener Stimme. Ich reichte dem Söldner seinen Umhang, der noch auf meinen Schultern geruht hatte und drehte mich komplett um. Ich kam mir so dumm vor. Ehe noch weitere Worte fiehlen ging ich schnellen Schrittes zurück ins Schloss und verborg mein Gesicht, welches nun von Tränen überströmt war. Ich musste alleine sein. Alleine. Es war genug für einen Tag. So kehrte ich in mein Gemach mit einem großem Krug Wein und einem Becher zurück und hoffte meinen Kummer ertränken zu können. Ich war eher wütend auf mich als traurig darum, dass er meine Gühle nicht erwiderte. Es war klar gewesen, doch ich Dummkopf konnte nicht den Mund halten!

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 08:06 PMSchweigend stand ich da und blickte ihm in die Augen.
Seine Worte ließen mich gänzlich an meinen Verstand zweifeln. Er sah mich in einem Licht, in dem ich mich nicht erkennen konnte. Hielt mich für jemanden, der ich nun einmal nicht war.
War nun ich hier der Träumer oder doch der junge Prinz?
Es störte mich nicht wirklich, das er scheinbar etwas tiefere Gefühle, als angebracht waren, für mich hegte. Ich sah nichts schändliches darin, wenn ein Mann einen anderen Mann begehrte. Doch ich begriff nicht, warum ich es war, der sein Begehren erregte. Man konnte mich wirklich nicht als besonders anmutig oder attraktiv bezeichnen.
Langsam nahm ich seine Hand, die noch immer sanft meine Wange berührte und ließ sie etwas sinken.
"Eure Worte ehren mich, Prinz Eskil." sagte ich leise und blickte ihm weiter in die Augen.
"Doch ich kann euch nur Raten, euer Herz nicht an mich zu verschwenden." sprach ich weiter und betrachtete dabei seine schmalen Finger. Kurz ging es mir durch den Kopf, wie leicht sie doch zu brechen wären.
"Ich schätze durchaus eure Gesellschaft, Prinz Eskil. Doch ich empfinde nicht so für euch, wie ihr scheinbar für mich."
langsam ließ ich seine Hand los und sah ihn wieder in die Augen.
Kurz verschwamm sein Gesicht vor mir und Sie blickte mich an. Fast schon konnte ich ihre sanfte Stimme hören. Spürte wieder den Dolch, den sie mir in meine Brust gerammt hatt.
Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und verdrängte ihren Geist wieder zurück in die dunkelsten Winkel meiner Seele.
"Ich Liebe oder Begehre niemanden." sprach ich leise zu mir selbst.
"Denn mein Herz ist schon seit sehr langer Zeit Tod."

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/08/2015 07:04 PMAls ich erneut seine Stimme hörte, blieb ich stumm stehen und schloss kurz die Augen. //Wir werden uns noch früh genug wieder sehen//, schallten seine Worte aus meinem Traum.
"Es geht mir nicht um verlorendes.", widersprach ich ihm leise, "Ich habe mich von ihm verabschiedet und er wartet auf der anderen Seite auf mich." Ein leichtes Lächen überwältigte meine Lippen, auch wenn nur für kurze Zeit.
"Ich schätze euren Rat, doch ich bin der Herr über meine Taten. Was ich tue, tue ich ohne Hinterdenken oder andere Dinge... Es war nur ein Kuss auf die Wange. Wie ich euch berichtete habe ich Männern mit weit aus niedrigerem Wert als der eure gegeben. Meinen Körper... Meine Worte..." Kurz blieb ich stumm und drehte mich zaghaft zu ihm um. "Weder suche ich einen Ersatzvater noch einen Wegleiter. Ich suche keine Seele, in die ich Vertrauen stecken kann noch mich selbst darin suche.", sorach ich weiter und sah ihn schließlich an. Ich erkannte Verwirrung, Ahnunglosigkeit, vielleicht auch Selbstzweifel.
"Ihr seid ein guter Mann, wie sehr ihr mich auch vom Gegenteil zu überzeugen versucht." Ich holte tief Luft und ging wieder auf ihn zu. "Wenn ihr denkt, ihr wärt nicht gut für mich, kann ich es euch nicht übel nehmen. Jeder urteilt anders über sich selbst. Und sollte es daran liegen, dass ihr in dieser Hinsicht kein Interesse für mich hegt, entschuldige ich mich und lasse euch in Ruhe." Wieder schluckte ich und legte zögernd meine Hand auf seine heile Wange. "Ich weiss nicht warum, aber ihr wecjt etwas in mir, was bisher nur ein Mann geschafft hat. Ihr sollt ihm nicht als Ersatz dienen, lediglich sollt ihr mich nicht auch noch verlassen.", flehte ich und meine Stimme wurde zum Ende hin leiser.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 06:15 PMDer Kuss des Prinzen iriitierte und verwirrte mich. Was war das für ein Spiel, das er hier spielte?
Natürlich wusste ich bezüglich seiner Neigungen bescheid. Er hatte es mir ja selbst mehr oder weniger gesagt.
Doch ich verstand nicht, warum er auf einmal sich so auf mich fixierte. War es ihm so wichtig, das ich nicht ging, das ihm kein Mittel zu teuer war um mich hier zu behalten?
Ich hatte in seinen Augen trauer und Schmerz erkennen können. Und Angst.
Sehr viel Angst.
Was sah er in einem alten Mann, das es ihn so sehr zu verwirren schien?
Sah er in mir einen Funken dieses Lebwächters? Oder den einzigen Weg die Zwänge seines Seins zu entkommen?
Ich wusste darauf keine Antwort. Und das weckte erneut den alten Zorn in mir.
Ein paar mal holte ich tief Luft, um mich wieder zu beruhigen.
In meinem Geiste flammte erneut Ihr Bild auf und ich schloss gequält die Augen.
//Vielleicht stecken in seinen Handlungen auch ganz andere Gründe.//
Suchte er in mir vielleicht verzweifelt eine Verwande Seele? Jemand der ihn den rechten Weg weißen könnte?
Eine art Vaterersatz? War es das, was er in mir zu erkennen sich wünschte?
Wenn ja, hatte er eine sehr schlechte Wahl getroffen. Ich konnte ihm zeigen wie er andere töten konnte. Wie er erkannte, ob Menschen Logen oder die Wahrheit sprachen. Kurz, wie er wie ich wurde.
Doch ich konnte ihm nicht zeigen, wie er zu dem Mann wurde, der tief in ihm schlummerte. Das lag auserhalb meiner Möglichkeiten.
"Ihr solltet vorsichtiger sein, Prinz Eskil, wem ihr eure Vertrauen und eure Gunst schenkt." sagte ich leise und blickte auf seinen Rücken.
"Es bringt euch keinen Frieden, wenn ihr euch zu sehr an einem Mann wie mir bindet. Ich werde euch verlorenes nicht ersetzten können. Und ich werde euch nicht auf all euren Wegen führen können." sprach ich weiter und wandte mich ab.

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/08/2015 05:38 PMEin kleines Lächeln überzog meine Lippen. "Ich mache mir deshalb keine Sorgen. Ich bin mir sicher, dass von allen Männer Ihr der letzte stehende sein würdet.", sagte ich und ließ meinen Blick nicht von seinen Augen weichen. Immer noch wirkten sie fesselnd auf mich. Sie gleichten schwarzen Edelsteinen.
"Aber was ist, wenn ihr nicht von dem höchsten Führer zurückkommt?", fragte ich ihn mit ernster Stimme und och ging einen halben Schritt auf ihn zu, "Ihr sagt immer wieder, ihr würdet mich mitnehmen, wenn eure Aufgaben im Dienste meiner Mutter vollendet sind. Doch wenn euch etwas zustößt, werde ich für den Rest meiner Tage hier verrotten und ehe ich das zu lasse, beende ich lieber mein Leben." Leicht musste ich schlucken und mein Lächeln verschwand.
Ich schüttelte meinen Kopf und sah beschämt weg. "Vergebt mir. Ich wollte nicht...", versuchte ich leise zu sagen, verstummte jedoch. Ich ging ein bis zwei Schritte weiter auf ihn zu, lehnte mich an sein gesundes Ohr und flüsterte: "Vergebt mir." Einen sanften, doch sehr kurzen Kuss platzierte ich auf seiner heilen Wange und trat schnell zurück, ehe ich mich umdrehte und zum Gehen ansetzte. Irgendwie hoffte ich, er würde mich am gehen hindern.




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