Springbrunnen
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Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/08/2015 12:07 AMAls er auf mich zutrat und mir direkt in die Augen blickte wusste ich, das er es mir nicht leicht machen würde. Warum auch immer schien er Angst zu haben, das mir etwas geschehen würde.
Als er bei mir stand legte ich ihm meine Hand auf die Schulter und drückte sie leicht.
"Macht euch um mich keine Sorgen, Prinz Eskil." sagte ich leise und richtete mich ganz auf.
"Ich habe mit den Feen keinen Streit. Sie werden mich auf meiner Reise nicht behelligen." kurz zuckte mein Mundwinkel in dem Versuch zu Lächeln.
"Was die Orks angeht." sprach ich weiter und ließ meine Hand wieder sinken. Langsam trat ich einen Schritt zurück und lehnte mich wieder gegen den Brunnen.
"Ich bin ihnen in Vergangener Zeit hin und wieder begegnet." erklärte ich und sah ihn wieder direkt in die Augen.
"Ich kenne sie und ihr Land und sie kennen mich. Von allen Kriegern, die eure Mutter aussenden könnte, wäre meine Chance es bis zu ihren höchsten Führern zu schaffen wohl am Größten."
Und sollte ich wieder erwarten doch auf meiner Reise den Tod finden, ließ ich niemanden zurück, der um mich trauern würde.

Ich bin müde geworden. Meine Augen haben viel gesehen. Meine Ohren haben viel gehört. Ich gehe dorthin, wo ich alle wiedersehe, die ich gesucht habe
Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/07/2015 11:54 PMIch nickte etwas. "Ich bin mir sicher, dass euch etwas einfällt.", murmelte ich. Doch was war mit ihm? Er würde sicherlich gehen, aber der Grund war mir nicht klar. Er fühlte sich doch nicht schuldig für das was mir passiert war! Er trug keine Schuld. Nein, ich hätte nicht einfach so weiter in den Wald reiten sollen. Es war meine Schuld gewesen.
Zwar wusste ich nicht ganz warum, doch ich hatte Angst ihn nie wieder zu sehen. Er hatte mir gesagt, er würde mich mitnehmen, wenn seine Aufgaben erfüllt wären. Doch was war, wenn er in der Ausübung...? Nein, daran durfte und wollte ich nicht denken.
"Was kann ich tun, um euch davon abzuhalten trotzdem hin zureiten?", fragte ich und versuchte mich aufzurichten, was auch irgendwie klappte. Auf wackeligen Beinen ging ich auf ihn zu und signalisierte ihm mir nicht zu helfen. Aus willensstarken Augen bluckte ich ihn an und blieb dicht an ihm stehen.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/07/2015 11:35 PMBei seinen Worten fixierte ich seine Augen nur noch stärker. Mein Leben hatte mich gelehrt, böse vorahnungen nie zu ignorieren. Und auch mir war klar, das es den Tod meiner Herrin bedeuten würde, wenn sie mich begleiten würde.
Doch ich musste gehen. Hatte keine andere Wahl. Dafür war meine Schuld zu groß.
"Ich verstehe eure Sorge, mein junger Freund. Auch mir behagt der Gedanke nicht, sie durch das halbe Feenreich zu schleppen." kurz dachte ich über dieses kleine Problem nach.
"Ich werde mir diesbezüglich etwas einfallen lassen. Das verspreche ich euch."
Erneut blickte ich in das klare Wasser des Brunnens. So lange es dem jungen Prinzen nicht besser ging, würde sie ihn ohnehin nicht verlassen. Vielleicht lag darin der Schlüssel für mein Problem.

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/07/2015 11:24 PMMein Blick senkte sich leicht. Ich hörte ihm zu und überlegte. Kurz blitzte das Bild aus meinem Traum auf. Er mit der Leiche meiner Muuter in den Armen. Ich krallte mich etwas in den Umhang und atmete tief durch.
"Ich habe ein schlechtes Gefühl was das betrifft", antwortete ich nach einer kurzen Zeit der Stille. Ja, ich mochte den Gedanken nicht beide in eventueller Gefahr zu wissen. Ich hatte über die Orks gelesen, er hatte mir damals Geschichten erzählt. Sie gefiehlen mir nie.
"Ich weiss nicht direkt warum, aber ich denke keiner von euch sollte gehen", sprach ich leise und sah zögernd zum Söldner, "Es ist wahrscheinlich das ich mich irre, aber ich würde es nicht ertragen auch nur einen von euch zu verlieren." Wir wären verloren, wenn Mutter sterben würde. Ich war noch nicht bereit ihren Platz einzunehmen, geschweige denn einer meiner Schwestern.
"Ich hatte einen Traum.", sagte ich und schloss kurz die Augen, "Ihr mit der Leiche meiner Mutter in den Armen, euer Gesicht..." Meine Stimme brach und ich schluckte etwas.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/07/2015 10:56 PMIch nickte bei seiner Antwort. Das war gut. Die Kraft und die Farbe kehrte in seine Glieder zurück.
Vorsichtig lehnte ich mich gegen den Springbrunnen und blickte in das klare, kalte Wasser.
"Ich werde bald wohl das Reich der Nymphen verlassen." sagte ich nach einer Weile, sah jedoch weiter ins Wasser.
"Und eure Mutter wünscht, mich zu begleiten." sagte ich leise schnaubend. Noch immer gefiel mir diese Idee überhaupt nicht.
"Wir werden ins Gebirge gehen. Jene Wölfe von gestern kommen von dort."
Ich wusste nicht, warum ich ihm das erzählte. Es waren Informationen, die er nicht brauchte.
"Und eure Mutter wünscht eine Unterredung mit den Orks. Sie erhofft sich eine Allianz mit ihnen." langsam wandte ich mich dem jungen Prinzen wieder zu.
"Was meint ihr zu diesem Vorhaben eurer Mutter, Prinz Eskil?" fragte ich ihn interessiert.

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/07/2015 10:45 PMIch ließ mir auf und zur Bank helfen. Ich nahm den Weinschlauch, den er mir hin hielt und lächelte kurz, ehe ich in kleinen Schlücken trank. Es tat gut und vertrieb die restliche Kälte aus mir, ebenso half auch sein Umhang den ich festhielt und enger um mich zog.
Irgendwie hoffte ich er würde meiner Mutter nichts sagen. Erstens wollte ich sie nicht noch mehr beunruhigen und ihr nicht auch einen weiteren Grund schenken, mich und meine Schwestern von hier weg zu nehmen.
Bei seiner Frage nickte ich lächelnd. "Ja", krächzte ich leise. Kurz sah ich weg. Meine Stimme war noch da, doch ob es gut war... Ich klang fürchterlich und sah wahrscheinlich auch so aus. Den Schlauch gab ich ihm wieder und wusste nicht recht, was ich nun tun sollte. So blickte ich Duncan wieder in die Augen. Seine wirkten nicht mehr allzu kalt, was mich beruhigte, meine strahlten wieder wie es sich gehörte. Wären sie wieder glanzlos, so würde ich mich kurz verlieren und jemand anders werden, den nicht einmal meine Mutter kannte.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/07/2015 10:22 PMStumm half ich nach einer kleinen Weile Prinz Eskil auf und bugsierte ihn auf einer der kleinen Steinbänke, die wohl überall hier standen. Dann nahm ich meinen Umhang ab und legte ihn dem jungen Mann um die Schmalen Schultern.
Zum ersten mal fiel mir jetzt erst wirklich auf, wie jung er noch war.
Schweigend holte ich den Weinschlauch und reichte ihn dem jungen Mann.
"Hier trinkt, Prinz Eskil. Es wird euch wärmen und die bösen Erinnerungen nehmen."
Schweigend beobachtete ich ihn dabei, wie er in kleine Schlücke trank. Kurz blickte ich zum Schloss empor und dachte darüber nach, seine Mutter zu holen. Sie würde ihm besser helfen können, als ich. Doch mir sagte der Gedanke gar nicht zu, ihn jetzt für auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Und die Schande antun, von mir getragen zu werden wollte ich ihm auch ersparen. Wenn er sich etwas beruhigt hatte, würde ich ihn jedoch in seine Gemächer bringen. Irgend ein Diener würde es wohl geben, der die Königin benachrichten würde.
Erneut spürte ich das kalte, mordende Monster, das in mir ruhte, gegen seine Ketten ankämpfen. Doch dieses mal gelange es mir besser, es wieder tief in meiner Seele zu versiegeln.
"Geht es euch etwas besser, Prinz Eskil?" fragte ich ihn vorsichtig und betrachtete ihn eingehend.

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/07/2015 10:03 PMSchweratmend sank ich zu Boden. Solch starken Schmerz hatte ich noch nie gespührt.
//Mach das es aufhört!// brüllte ich gedanklich als ich Dunken erblickte. Er versuchte mir nach einer Weile etwas einzuflösen, doch ich konnte meinen Mund nicht öffnen. Ich hatte meine Zähne zu sehr zusammen gebissen. Unerwartet öffnete er meinen Mund etwas gewaltsam und im nächtest Augenblick spührte ich seine Lippen auf meinen, auch wenn nur kurz. Ich schluckte das widerlich schmeckte Zeug und versuchte mich zu beruhigen. Nach einer Weile erlöschte das Feuer immer mehr und der Schmerz ließ nach. Ich hätte mich bedankt, doch meine Stimme blieb weg.
Bei seinen Worten nickte ich zustimmend und mich überkam ein höllischer Durst. Ich sah zu ihm hoch und lächelte schwach. Er hatte Recht. Zu den Lebenden gehörte ich und der Tod konnte noch lange auf mich warten.

Re: Springbrunnen
from Duncan on 01/07/2015 09:42 PMInnerlich wie eine wilde Bestie tobend versuchte ich verzweifelt, mich nicht auf ihn zu stürzen um ihm das noch schlagende Herz heraus zu reißen. Ich kannte diesen Zorn schon so lange ich lebte. Er war mein stärkster Verbündeter. Doch ich würde ihn nicht gegen einen Wehrlosen Jungen richten. Diese Wut war nur für meine Feinde reserviert.
Langsam brachte ich meine Gefühle wieder unter kontrolle. Schaffte es, meine Maske wieder aufzusetzten.
Als der junge Mann vor mir zusammenbrach, fuhr ich erschrocken zusammen. Einen Herzschlag später war ich bei ihm betrachtete ihn eingehend. Etwas dunkles, schweres schlug in seiner Brust. Geübt streifte ich meinen Handschuh ab und berührte die brennende Haut.
"Bleibt ganz ruhig, Prinz Eskil." sagte ich sanft und holte aus einem kleinen, schwarzen Beutel die Wurzel einer Drachenblume. Das letzte Überbleibsel einer alten Zeit. Sie war das magischste, was ich besaß und konnte so gut wie jedes Gift, jeden Fluch und jede Wunde heilen.
Ohne zu zögern schon ich mir die Wurzel in den Mund und zerkaute sie. Dann nahm ich einen kleinen Schluck Wein, um sie bekömmlicher zu bekommen.
Mit dem Finger versuchte ich, ihn den Brei einzuflößen, doch der Prinz weigerte sich verhemmt den Mund zu öffen. Kurzerhand presste ich mit der Hand seine Kiefer auseinander und legte meine Lippen auf die seinen. Auf diese weise gab ich ihm die Heillige Pflanze zu schlucken. Danach richtete ich mich wieder auf und strich mit dem Finger einige Strähnen aus seinem Gesicht. Ich fühlte, wie er siich wieder beruhigte.
"Der Tod steht euch nicht gut zu Gesicht, Prinz Eskil" sagte ich sanft.
"Und auch wenn ihr mich noch immer begleiten wollt. In das Reich der Schatten werde ich euch nicht mit nehmen. Denn ihr seit für die Lebenden geschaffen."

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Re: Springbrunnen
from Eskil on 01/07/2015 09:19 PMIch merkte wie ich vor Wut bebte. Es war kein verdammter Traum gewesen. Ich sah ihn sein Gesicht, merkte seinen Zorn, seine Kälte. Doch ich sah nicht weg, war nicht erschrocken. Ich war wütend.
Langsam merkte ich eine Kälte, die mein Herz erfasste und es sich wie stillstehend anfühlte. Doch wieso atmete ich noch?
"Denkt ihr es geht mir um meine Langeweile? Um Unterhaltung?", fragte ich ihn kalt. Ich war wie ausgewechselt. Meine Körperhaltung, meine Stimme, mein Gesichtsausdruck. Alles kalt.
"Euch zu bemittleiden steht mir nicht zu. Ich habe auch nicht vor", sprach ich ohne zu blinzeln weiter, der Schmerz war nun auch wie verflogen. Der kleine Junge war ausgesperrt. "Euch Befehle zu erteilen steht mir nicht zu. Ich bin nicht euer Herr, noch werde oder will ich es hemals sein. Ich seit ein freier Mann."
Plötzlich brannte meine Brust und ich riss mein Oberteil hinunter. Die Haut über meinem Herz war schwarz verfärbt. Es brannte wie kaltes Feuer.




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