Gemach von Eskil
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Re: Gemach von Eskil
von Duncan am 02.01.2015 21:44Als er aufsteht, um zum Spiegel zu gehen, folge ich ihm schweigend mit den Augen.
Bei seiner Frage legte ich den Kopf kurz schief. Mein Mundwinkel zuckten leicht dabei.
"Aus verschiedenen Gründen." erwiederte ich leise und lehnte mich gegen den Fensterrahmen.
"Viele, die euch begegnen werden, werden sich für immer an eure Schönheit erinnern. Manch einer an eurem guten Benehmen und der Anmut, die ihr Ausstrahlt. Einige vielleicht auch, weil ihr des Königs Sohn seit."
Ich zuckte mit den Schultern.
"Alles ganz hübsche und Belanglose nebensächlichkeiten, wenn ihr mich fragt." Nachdenklich blickte ich seine Gestalt an. Den kräftigen Rücken, das leicht zersauste Haar.
"In euch steckt um einiges mehr, als das Auge errät." flüsterte ich und trank den letzten Schluck meines Bieres.
"Ihr seit zu so vielem in der Lage. Ihr könntet euch eure eigene Legende schaffen. Eine Unsterblichkeit, die nicht einmal das Feuer besiegen kann." nahm ich den Faden wieder auf und stellte den Becher ab.
"Alles was ihr dafür tun müsst, ist selbst zu erkenn, wer ihr seit." Erneut legte ich meinen Kopf schief und sah ihn nachdenklich an.

Ich bin müde geworden. Meine Augen haben viel gesehen. Meine Ohren haben viel gehört. Ich gehe dorthin, wo ich alle wiedersehe, die ich gesucht habe
Re: Gemach von Eskil
von Eskil am 02.01.2015 21:26Aufmerksam lauschte ich seinen Worten. Ich schluckte etwas, als Duncan erzählte was mit der Hexe geschehen war. Es hatte ihr wirklich nichts gebracht und der Primz litt am Ende an der Liebe. Die Geschichte war nun ein weiterer guter Grund mein Herz bei mir zu behalten.
Kurz überlegte ich und trank den Becher lehr. Dann erhob ich mich und ging zu dem großen Spiegel. Ich sah mich an. Ein junger, naiver Junge, der nur über Geschichten und Bücher etwas vom wahren Leben erfuhr.
Ich leckte über meine Lippen und sah im Spiegel auf Duncan.
"Nur eins.", fing ich an und blickte meinem Spiegelbild in die Augen, "Ihr meintet, man würde mich nicht vergessen. Wie genau meint ihr das? Hat es was mit meinem Aussehen, meiner Art oder der Tatsache, das ich der Sohn der Königen bin, zu tun?"

Re: Gemach von Eskil
von Duncan am 02.01.2015 11:29Ich schüttelte den Kopf.
"Er ist fort. Der Elfenfürst ließ lang nach ihm suchen, aus Angst vor den Folgen. Doch nur der Dieb allein weiß, wo er sich jetzt befindet." bestätigte ich.
"Wahrscheinlich hat die schöne Hexe jemand anderen noch bezirzt, damit er ihr den Stein bringt. Oder es gab von anfang an in diesem lächerlichen Spiel eine dritte Partei von der keiner auch nur etwas ahnte. Wer weiß das schon zu sagen."
Ich blickte zu ihm hinunter.
"Am Ende jedoch hat ihr das Intrigenspinnen nichts genützt. Man hat ihr das Herz bei lebendigem Leibe herausgeschnitten und es verbrannt. Der Prinz schrie und Tobte, als das Urteil vollstreckt wurde und schwor seinem eigenen Vater ewige Rache."
Erneut zuckte bei der Erinnerung mein Mundwinkel.
"Ja ja, die Liebe. Sie ist das gefährlichste und wildeste Biest von allen. Und niemand kann ihr entkommen."
Ich nahm meinen Becher zur Hand und trank einen großen Schluck.
"Wünscht ihr noch etwas zu erfahren, Eskil?"

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Re: Gemach von Eskil
von Eskil am 02.01.2015 03:48Mehr als nur interessiert hörte ich ihm zu. Was er erzählte war wirklich spannend. Ich hatte auch urgendwann seine Hände wieder losgelassen und legte den Kopf etwas schief. Mir war klar, dass mir so etwas nicht wieder fahren konnte. Weder besaß meine Mutter meines Wissens nach irgendwelche Steine, die besonders waren, noch vergab ich mein Herz zu schnell. Auch war ich bis zu diesem Tag nur kurz verliebt gewesen. Es war eher eine kleine Schwärmerei in Kindestagen.
//Die Geschichte ist ja noch depremierender als gedacht// Ich sah ihn weiter hin an und war etwas irritiert.
"Und niemand hat auch nur einen blassen Schimmer wo dieser Stein geblieben ist?", fragte ich aus einer Muschung aus Belustigung und Verwirrung.

Re: Gemach von Eskil
von Duncan am 29.12.2014 22:17Stumm nickte ich und dachte kurz nach. Dabei sah ich auf seine Hände, die meine hielten. Ich sagte jedoch nichts dazu.
//Er ist wirklich wie die Königin. Auch sie will mir Trost spenden.// dachte ich und sah wieder in die Nacht.
"Es ist jetzt ungefähr zehn Jahre her, da war ich mit ein Paar.... nennen wir sie mal Freunde, geschäftlich bei den Elfen. Eigentlich ging es darum, ihnen bei einigen Grenzstreitigkeiten zu unterstützen. Mit im Gefolge war eine fremde, wunderschöne Frau."
Bei der Erinnerung an sie konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Das sie ärger bedeutete wussten wir alle.
"Nun, der Elfenprinz war ein strammer, kräftiger Bursche. Man konnte ihn durchaus als Attrativ bezeichnen. "
Gleichgültig zuckte ich mit den Schultern.
"Nunja sei es wie es sei. Der gute Prinz verliebte sich in die hübsche, kleine Fremde."
Mein Mundwinkel zuckte über dieses Klischee.
"Und sie wusste genau, was für ein Brautgeschenk sie wollte. Der Elfenfürst besaß einen schwarzen Edelstein, den er stets am Hals trug. Ein hübscher, kleiner Klunker. Den wollte sie. "
Nachdenklich sah ich ihm in die Augen.
"Das Problem war nur, das dieses Kleinod den Elfen als heilig gallt. Angeblich war ein Stück Seele eines großen Gottes darin eingeschlossen. Doch es gelang der Hexe, dem verliebten Trottel davon zu überzeugen, ihr diesen dummen Stein zu bringen."
Liebe tat schon die eigenartigsten Dinge. Aber in diesem Fall spielte wohl Magie keine wirklich kleine Rolle.
"Es kam wie es musste und der Prinz warb Schwerter an, um seinen Vater zu zwingen ihm den Stein und somit auch das Gebiet zu zusprechen." Erneut zuckte ich mit den Schultern.
"Nunja er zahlte gut, doch sein Vater zahlte besser. Die meisten liefen zu ihm über. Es war ein Bruderkrieg, wie er im Buche steht. Man hatte sehr schnell den Überblick verloren, wer für wen kämpfte. Verrat war an der Tagesordnung. .Schließlich jedoch gelang es dem Fürsten unter hohen Verlusten seinen Sohn zu bezwingen. Die Hexe wurde hingerichtet und der Prinz wegen Hochverrat angeklagt. Da seine Mutter jedoch für ihn flehte wurde er nur Verbannte. Sie starb kurz darauf."
Als ich mich daran erinnerte, konnte ich mir ein leises, freudloses Lachen nicht verkneifen.
"Dieser dämliche Stein jedoch ging verloren. "

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Re: Gemach von Eskil
von Eskil am 29.12.2014 15:35Ich sah zum Söldner hoch und hörte ihm zu. Jedoch war ich leicht abgelenkt. Das Mondlicht machte seine abgehärteten Gesichtszüge noch attraktiver als Duncan sowieso schon war. Aber ich musste mich zusammen reißen. Es konnte ja nicht jeder Mann auf mich stehen. Und ich war mir ziemlich sicher, dass er in mir nur ein Kind sah.
Ich trank einen weiteren Schluck und stellte den fast leeren Becher weg, mein Blick ruhte weiterhin auf ihm. Ich hörte deutlich die Wut in seiner Stimme, als er von Verrat sprach. Normalerweise hätte ich zurück geschreckt und mich gekonnt davon distanziert, jedoch tat ich etwas, was er vielleicht als unangemessen sehen würde. Leicht zögernd legte ich meine Hände auf seine, die nun zu Fäusten geworden waren und sah in sein Gesicht. "Erzähl mir vom Elfenfürsten und seinem Sohn", meinte ich leise und lächelte ihn beruhigend an.

Re: Gemach von Eskil
von Duncan am 26.12.2014 12:16Stumm hörte ich ihm zu.
//Ganz die Mutter.// dachte ich bei seinen Worten.
In seinem Blick lag ebenso die gleiche Einsamkeit wie in ihrem. Nur mühsam konnte ich mir ein Schnauben verkneifen.
Diese beiden wussten nichts über wahre Einsamkeit. Nichts über echtes Leid.
Ich stellte meinen Becher ab und blickte hinaus in die Nacht.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch nur ein atmendes Wesen gibt, das euch vergisst."Sagte ich leise ohne ihn anzusehen.
"Also wollt ihr von der Welt erfahre?" Wechselte ich das Thema.
"Ich bin kein Barde und auch kein Gelehrter Mann. Ich bin ein Mann des Schwertes." Ich blickte auf ihm hinab.
"Ich kann von solchen Dingen berichten. Oder von den Raubzügen der Orks. Oder wie der hohe Elfenfürst von seinem eigenen Sohn hintergangen wurde." Meine Mundwinkel zuckte.
"Ich kann euch von Orten berichten, wo es niemals Sommer wird. Und on Kerkern und Folterkammern." Kurz dachte ich darüber nach.
"Und von Verrat." Flüsterte ich und sah zu den Sternen.
Ja von Verrat wusste ich eine Menge. Wütend ballte ich die Hand zur Faust.

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Re: Gemach von Eskil
von Eskil am 26.12.2014 11:47Ich sah ihn etwas wortlos an, mein Lächeln immer noch ehrlich auf den Lippen.
"Nun, ich bin ein junger Prinz, habe noch nicht viel erlebt und kenne nur das Leben in diesem Schloss", fing ich an, mein Blick war wie an seinem gefesselt, "Ihr hingegen seit bestimmt schon viel rumgekommen und könntet mir von ein paar Erlebnissen berichten." Dann lachte ich leise. "Ihr braucht mich nicht zu unterhalten und etwas schönes müsst ihr mir auch nicht bieten. Ja, mir ist oft langweilig, aber nur von dem schönen und unterhaltsamen Dingen", meinte ich und meine Stimme war am Ende fast wie ein Geflüster.
Ich schluckte etwas. Meiner Mutter ähnlich? "Ich nehme das mal als Kompliment", gab ich höflich zurück, "Jedoch empfinde ich nicht wirklich so. Wenn Ihr meine Schwestern, meine Mutter und mich in einen Raum zusammen seht, dann würdet Ihr das eher zu meinen Schwestern sagen und mich vergessen." Ich seufzte und mein Lächeln schwand. Ich fühlte mich manchmal nicht zugehörig. Mir lag teilweise dieses ganze Prinengetue überhaupt nicht und dieses Leben war mir zu viel und zu wenig. "Früher wünschte ich mir oft in einer normalen Familie zu leben, ein einfaches Leben zu führen. Doch ich versuche etwas hieraus zu machen.", erzählte ich leise und lachte über mich selbst, "Entschuldigung. Ihr müsst mich für ein verwöhntes Kind halten." Ich nahm einen erneuten Schluck und legte meine freie Hand auf meinen Schoß. Ich kam mir so lächerlich vor.
(Hab da schon geschlafen :3 Morgen
)

Re: Gemach von Eskil
von Duncan am 26.12.2014 01:25"Spielt es eine Rolle, warum man irgendwo hingeht?" Fragte ich belustigt.
"Es ist kein Verbrechen, ein gutes Getränk zu schätzen." Ich lehnte mich gegen die Wand.
"Und ich nehme mal an, dass euch auch nur eher die Neugierde zu der Einladung verleitete."
Ich nahm einen kräftigen Schluck aus meinem Becher und sah Eskil nachdenklich an.
"Gestattet ihr einem alten Mann wie mir die Frage, was es ist, was eure Neugier weckt?"
Ich legte meinen Kopf schief und meine schwarzen Augen bohrten sich fast in die seinen.
"Im Vergleich zu euch kann ich nichts Unterhaltsames oder schönes sagen oder tuen, was euch die Langeweile nimmt."
Erneut führte ich den Becher an die Lippen. Keine Sekunde ließ ich sein Gesicht aus den Augen.
"Ihr seit eurer Mutter überraschend ähnlich." Viel es mir plötzlich auf.
(Ich hau mich erst mal hin. Wünsch dir noch ne gute Nacht)

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Re: Gemach von Eskil
von Eskil am 26.12.2014 01:10Ich nickte mal wieder und biss mir leicht verspielt auf die Unterlippe.
"Da bin ich euerer Meinung.", stimmte ich ihm zu, "Ich konnte den Wein schon drei Tage nachdem ich ihn trinken durfte nicht mehr sehen. Deswegen bringt auch der Junge das Bier."
Ich beugte mich evenfalls etwas vor und lachte leise. "Danke, dass Ihr meine Einladung angenommen habt", gab ich zurück und setzte mich auf die Fensterbank. Der Raum wurde allein vom Licht des Mondes, welches in Massen durch die Fenster flutete, erleuchtet und es schien jedes ach so kleine etwas schön erscheinen. "Ach wenn es wahrscheinlich nur wegen dem Getränk ist", murmelte ich und trank erneut aus meinem Becher.




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